Dienstag, 17. Mai 2016

Köln morgens um 6 Uhr erreicht.

Der Start.

Eine halbe Ewigkeit ist es her, seit ich zuletzt in einem Nachtzug unterwegs war. Um es genau zu nehmen, war Bangkok - Chiang Mai vor vielen Jahren wohl die letzte solche Fahrt. Ich kann mich noch genau erinnern, wie dieser Nachtzug damals über die Schienen ratterte, nein stolperte, wie die Radachsen vermeintlich hüpften und wie ich schon damals um den Schlaf gerungen habe. An diesen Empfindungen änderte die Fahrt von Basel nach Köln nicht wesentlich. Wohlweislich mit Ohropax ausgestattet, konnte ich trotzdem keinen erholsamen Schlaf finden. Die Ankunft morgens um 6 Uhr war somit gleichzeitig Erlösung als auch Erkenntnis, dass der Start in den Rheinradweg nicht in ausgeruhtem Zustand erfolgte. Die Freude wieder unterwegs zu sein, war trotzdem nicht zu bremsen, auch nicht durch den leichten kölschen Nieselregen.



Ein letzter Blick auf die Kran- oder L-Häuser und schon bald hatte uns die Faszination Rhein wieder in Besitz genommen. Der Rhein(radweg) bietet alles: Industriellen Charme, Natur, Schifffahrt, moderne Gebäude, alte Herrenhäuser, Natur, marode Bauten, bröckelnde Fassaden, liebliche Wegstrecken. Von allem etwas. Was uns häufig begleitet, ist der Wind. Von vorne verhasst, bekämpft und verwünscht - als Rückenwind willkommen und geschätzt.




Entlang des Rhein finden sich immer wieder Refugien für Vögel und so freuten wir uns jedes Mal, wenn wir einen der scheuen Fasane erspähten.


Nach einem langen Tag, mit Irrungen und Wirrungen in Form von Umleitungen, nicht existenten Wegweisern für Ortsunkundige, für uns fremden Tafeln (Stichwort "Kraftfahrtstrasse", da gäbe es eine nicht so rühmenswerte kurze Episode) haben wir nach rund 90 km (!) in Ürdingen das letzte Hotelzimmer ergattert - danke Universum ;-).

Die Wendeltreppe im roten 70-er-Jahrekleid fand ich hammermässig...


Es ist ein kulinarisches Glück, das uns auch immer wieder zu ganz tollen Restaurants führt. Diesem Glück verhilft der Mann häufig nach, wenn das Kind und ich nach der Ankunft im Hotel (wir haben keine Vorbuchungen, weil wir uns so gerne "treiben lassen") die erste halbe Stunde die Füsse hochlagern, neu-deutsch also chillen und uns von den vielen Stunden auf dem Stahlross und der frischen Luft erholen.

Das Restaurant Küferei in Ürdingen gehört genau zur Sorte Restaurant, die ich sehr mag. Fabrikcharme, auf dem Gelände der Weinbrennerei Dujardin gelegen, offene Küche, tolle Atmosphäre, leckeres Essen.





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