Montag, 30. Mai 2016

Grenzübertritt von Deutschland nach Holland (Etappe Xanten - Arnhem)

Von Xanten nach Arnhem

Den Rheinradweg in Deutschland - von Basel bis zum Grenzübertritt nach Holland - haben wir sehr genossen. Eigentlich kannten wir das Land Deutschland kaum und wir haben uns zur Vorbereitung ehrlich gesagt jetzt auch nicht tagelang in die Etappen eingelesen, sondern haben uns mehrheitlich überraschen lassen, was uns unterwegs begegnet. Unser Ziel war ja primär, dem Rheinradweg zu folgen und nicht abseits dieser Route noch Sightseeing zu unternehmen (das hätte gut gern einige hundert Kilometer mehr bedeutet, was mit dem Fahrrad und der verfügbaren Zeit zu viel gewesen wäre).

Diese langsame Art zu reisen hat uns einen wunderbaren Einblick in unser schönes Nachbarland gegeben. Ich glaube schon, dass sich der Blick in den Ferien entspannt, vor allem was die Beurteilung der (Alltags-)Fröhlichkeit der Menschen anbelangt. Weil man selber so gut drauf ist (na ja, ausser bei "Hunger-müde-kalt"-Alarm), nicht gehetzt ist und Zeit hat, nimmt man die Menschen positiver wahr, als zu Hause. Auf jeden Fall begegneten wir nur fröhlichen und hilfsbereiten Menschen. Und klar, wir mögen auch das "Lecker"-Essen. Und den Deutschen Wein - wir trinken immer regional.

Hier also die letzten Eindrücke aus Deutschland - viel Spass.

Schafe bei der Deichpflege. Neues Wort gelernt: Deichkrone. Wunderbare Wortwahl.


Unterwegs. Trotz mehrheitlich guter Beschilderung behält der Mann die Karte im Blick. Da bin ich dankbar. Ein paar Mal mussten wir auch via Internetkarten unseren Standort herausfinden. Wir fahren jedoch nicht mit GPS, wie wir es schon ab und zu gesehen haben.


Danach haben wir uns gerichtet, hier bereits in Holland, wo der Rheinradweg die Rijnfietsroute ist.


In Arnhem gehen wir Indisch essen. Mein Menu der Wahl: Tandoori kip (holländisch für "chicken"). Die restliche Bestellung verstehen wir nicht so detailliert und lassen uns mit einer vegetarischen und einer fleischigen Vorspeise überraschen. Und natürlich für das Kind und mich Mango Lassi - nirgendwo leckerer, als beim Inder. Und für den Mann ein asiatisches Bier.



Huch, das war ein Tag mit wenig Fotos. Es lässt sich halt schwer radeln und gleichzeitig fotografieren.

Sonntag, 29. Mai 2016

Himmelswelten.

Der Himmel...

... ist überall gleich nahe.

Ein kleiner Text, in dem so viel mehr steckt. Für mich bedeutet er, dass wir uns selbst immer und überall mitnehmen. "Das ist ja völlig klar!", meinst du. Ja, meine ich doch auch. Es war mir (dir?) nur nicht immer so bewusst. Dieser kleine Text baumelt seit langer Zeit an einem Silberdraht zusammen mit Treibholz und Glasfunden vom Strand im stillen Örtchen. Für 's Bewusstsein.


Gestern Abend konnten wir ein herannahendes Gewitter mit einer beeindruckenden Regenwand beobachten. Der Himmel veränderte sich von Minute zu Minute. Bis die ersten Hagelkörner auf unser Holzdeck knallten, ging's kaum eine Viertelstunde.





Der nahe Wald war irgendwann komplett im prasselnden Regen verschwunden.


Himmelswelten. Danke für die Inspiration und Verknüpfungsmöglichkeit von hier: Die Raumfee.

Freitag, 27. Mai 2016

Monatsblick.

Das war der Mai auch noch.

Fotos durchstöbern, nochmals Revue passieren lassen, das gelingt mir mit dem Monats(rückwärts)blick. Der Mai mit seinen beiden verlängerten Wochenenden, Auffahrt und Pfingsten, stellt mich vor die Wahl der Qual - so viel erlebt, so viele schöne Fotos gemacht.

An Auffahrt die Fahrradtour von Andermatt gestartet (wobei das Kind und ich den Pass hinauf per Zug überwunden haben) und bis an den Bodensee gestrampelt. Hier im Bild ein altes Haus in Andermatt.


Auf den wohl einzigen Leuchtturm in den Bergen gestossen - eine Hommage an den Rhein. Hier ist die Rheinquelle, der Rhein mündet in Hoek van Holland in die Nordsee und der alte Leuchtturm an der Einmündung wurde im Kleinformat auf den Oberalppass gestellt.


Das überhaupt erste Mal durch die Rheinschlucht gekommen - der Swiss Grand Canyon der Schweiz. Wie ist die Welt doch schön!


Mein Fahrrad verewigt, das im Spiel mit dem Kind abwechslungsweise ein Drache ist (aber es darf nicht "Ohnezahn" sein, weil darauf das Kind schon fliegt), ein Pferd (aber nicht "Kleiner Donner", weil darauf das Kind schon reitet), ein Amphibienfahrzeug (aber nicht das Beste der Welt, das auch fliegen kann, weil das schon vom Kind gesteuert wird), ein Quad (aber nicht der Kräftigste, weil das Kind die meisten PS hat), ein Motocross-Motorrad (aber nicht... na ja, ihr wisst schon).


Auf die kleinste Stadt der Schweiz getroffen (Werdenberg). Ist sie nicht süss? Die kleine Altstadt ist wunderschön!


Durch die Weinberge der Bündner Herrschaft und in Maienfeld geschlafen, fein gegessen und regionalen Wein kredenzt. Das Leben meint es gut mit mir/uns, danke.


Mit lieben Freunden an Pfingsten durch die mystische Schlucht zwischen Orbe und Vallorbe.


Froh gewesen, als das Kind und sein Freund - ausgerüstet mit Stirnlampen und viel Entdeckergeist - wieder von der Höhlenentdeckungstour zurück gekrochen kamen. Nein, was wäre nicht meine Welt.


Im Zirkus Knie gestaunt, gebangt, geklatscht und gefreut.


Beruflich zwei Tage in Luzern verbracht.


Hotelzimmer in Luzern mit Blick auf den Vierwaldstättersee und im Hintergrund der Pilatus.




Flower Power

Heute ist Friday-Flowerday...

... bei Holunderbluetchen und ich sende das erste Mal einen Blumengruss. Endlich.

Ich liebe die kleinen Blumensträusschen, die in dieser Jahreszeit ihren Weg ins Haus finden. Jedes Jahr streue ich Bio-Samen für Blumenwiesen in meinen kleinen Garten und in die Töpfe rund ums Haus. Es fühlt sich dann an wie eine flower-powerige Wundertüte, weil ich längst vergessen habe, welche Mischung wann und wo wächst.

Kein Wunder also, dass ich nicht weiss, welches Blümchen heute Hauptdarstellerin ist. Nicht schlimm, Hauptsache das Herz freut's, oder?


 Für mich braucht's keine üppigen Blumensträusse, ein paar Blümchen reichen völlig aus.


Ich mag den "industriellen" Charme nicht nur auf dem Rheinradweg, sondern auch daheim im Wohnzimmer. Eine alte Werkbank dient als Sideboard. Mit allen Narben und Farbtupfern, die das Holz mitgenommen hat.



Schon seit einigen Jahren bin ich ganz "verliebt" in alte Kristallvasen, die ich mir auf Flohmärken und in Brockenhäusern zusammensuche.





PS. Die beiden Grünpflanzen im Hintergrund warten darauf, dass ich ihnen eine dauerhafte Bleibe töpfere. Es kann sich nur noch um Monate handeln...

Donnerstag, 26. Mai 2016

Zeit zwischen Ürdingen und Xanten

Du liebe Zeit

Da habe ich einen gehört
wie er seufzte: "Du liebe Zeit!"

Was heisst da "Du liebe Zeit?"
"Du unliebe Zeit", muss es heissen

"Du ungeliebte Zeit!"
von dieser Unzeit, in der wir

leben müssen. Und doch
Sie ist unsere einzige Zeit

Unsere Lebenszeit
Und wenn wir das Leben lieben

können wir nicht ganz lieblos
gegen diese unsere Zeit sein

Wir müssen sie ja nicht genau so
lassen, wie sie uns traf

[Erich Fried]

Die Zeit auf dem Fahrrad dehnt sich in die Länge. Nach dem Frühstück fahren wir jeweils los, ohne Tagesziel, wir lassen uns treiben und es gibt kaum Tage, die ich länger wahrnehme. Stundenlang frische Luft, radeln, hören, riechen, sehen. Nach dem Mittagessen zeichnet sich häufig ab, was als Ziel in Frage kommt. Frisch gestärkt geht es weiter.

Und kaum poppt nach weiteren Stunden urplötzlich der Gedanke auf, dass wir jetzt dann wohl bald ankommen sollten - ja dann, dann fängt die Unzeit an, die Geduldsprobe. Und einmal mehr spüre ich, wie sehr meine Gedanken, meine innere Haltung meine Handlungen beeinflusst. Alleine dieses Bewusstsein reicht, um die innere Haltung zu beeinflussen. Das gelingt nicht immer, aber immer öfter.

Kulissen der Etappe Ürdingen nach Xanten: Industrieller Charme wie wir ihn so oft antreffen und den ich so gerne mag...


Alt und neu. Wobei das Alte so alt ist, dass es schon bröckelt. Also lieber schnell 'ne Warntafel aufstellen - falls dir 'n Stein auf'n Kopp fällt... da musste dann gar nicht sagen, du hast von nichts gewusst...


In Rheinberg steht das Underberg-Stammhaus. Das Kräuterbitter-Unternehmen verwendet den Sitz heute offenbar noch als Firmenarchiv und zur geschäftlichen Repräsentation. Wir staunten mal wieder, was wir so antreffen.



In Xanten übernachten wir. In Xanten speisen wir. Und wir lernen im Restaurant Gotisches Haus den Unterschied zwischen trockenem und halbtrockenem Rotwein. Danke für diese kleine Geste, die uns so freute.





Dienstag, 17. Mai 2016

Köln morgens um 6 Uhr erreicht.

Der Start.

Eine halbe Ewigkeit ist es her, seit ich zuletzt in einem Nachtzug unterwegs war. Um es genau zu nehmen, war Bangkok - Chiang Mai vor vielen Jahren wohl die letzte solche Fahrt. Ich kann mich noch genau erinnern, wie dieser Nachtzug damals über die Schienen ratterte, nein stolperte, wie die Radachsen vermeintlich hüpften und wie ich schon damals um den Schlaf gerungen habe. An diesen Empfindungen änderte die Fahrt von Basel nach Köln nicht wesentlich. Wohlweislich mit Ohropax ausgestattet, konnte ich trotzdem keinen erholsamen Schlaf finden. Die Ankunft morgens um 6 Uhr war somit gleichzeitig Erlösung als auch Erkenntnis, dass der Start in den Rheinradweg nicht in ausgeruhtem Zustand erfolgte. Die Freude wieder unterwegs zu sein, war trotzdem nicht zu bremsen, auch nicht durch den leichten kölschen Nieselregen.



Ein letzter Blick auf die Kran- oder L-Häuser und schon bald hatte uns die Faszination Rhein wieder in Besitz genommen. Der Rhein(radweg) bietet alles: Industriellen Charme, Natur, Schifffahrt, moderne Gebäude, alte Herrenhäuser, Natur, marode Bauten, bröckelnde Fassaden, liebliche Wegstrecken. Von allem etwas. Was uns häufig begleitet, ist der Wind. Von vorne verhasst, bekämpft und verwünscht - als Rückenwind willkommen und geschätzt.




Entlang des Rhein finden sich immer wieder Refugien für Vögel und so freuten wir uns jedes Mal, wenn wir einen der scheuen Fasane erspähten.


Nach einem langen Tag, mit Irrungen und Wirrungen in Form von Umleitungen, nicht existenten Wegweisern für Ortsunkundige, für uns fremden Tafeln (Stichwort "Kraftfahrtstrasse", da gäbe es eine nicht so rühmenswerte kurze Episode) haben wir nach rund 90 km (!) in Ürdingen das letzte Hotelzimmer ergattert - danke Universum ;-).

Die Wendeltreppe im roten 70-er-Jahrekleid fand ich hammermässig...


Es ist ein kulinarisches Glück, das uns auch immer wieder zu ganz tollen Restaurants führt. Diesem Glück verhilft der Mann häufig nach, wenn das Kind und ich nach der Ankunft im Hotel (wir haben keine Vorbuchungen, weil wir uns so gerne "treiben lassen") die erste halbe Stunde die Füsse hochlagern, neu-deutsch also chillen und uns von den vielen Stunden auf dem Stahlross und der frischen Luft erholen.

Das Restaurant Küferei in Ürdingen gehört genau zur Sorte Restaurant, die ich sehr mag. Fabrikcharme, auf dem Gelände der Weinbrennerei Dujardin gelegen, offene Küche, tolle Atmosphäre, leckeres Essen.





Montag, 2. Mai 2016

Himmelswelten.

Der Himmel über...


Während der Fahrradtour entlang der Rheinradroute ist mein Blick nicht selten über den Himmel gewandert. Manchmal mit, manchmal ohne Gedanken.

Meistens auch ohne Sorge ums Wetter (Regen und Fahrrad ist eine nicht so tolle Kombination), ab und zu mit der Hoffnung, dass sich die Regenwolken verziehen mögen. Haben sie oft auch, denn der Wind hat uns nicht nur ins Gesicht geblasen, sondern auch die Regenwolken verblasen. Ein Glück. Vieles hat zwei Seiten. Es kommt nicht immer, aber häufig auf die Betrachtungsweise an. Genau wie bei der Schönheit. Auch die entsteht im Kopf des Betrachters.

Alle Fotos wurden "irgendwo" zwischen Köln und Hoek van Holland geknipst.


Die Brücken über den Rhein haben mich immer wieder aufs Neue fasziniert.









... ganz "verliebt" in diese charmanten Klinkerhäuser, häufig in Kombination mit wunderschönen Gärten, egal wie klein oder gross. Und ziemlich überrascht festgestellt, dass in Holland das Wohnzimmer sehr häufig frei einsehbar ist, herrlich für so "Wohnstil"-Neugierige wie mich.


Wolkenberge, nichts als Wolkenberge. Oder doch Zuckerwatte?


Rettung in Sicht ;-). Ja, ich mag diese altmodischen Smileys. Die verstehe ich wenigstens, was wohl nicht nur an ü40 liegt, wenn man den Studien über Smileys glaubt (Es gibt Studien über Smileys!! Zum Beispiel FOCUS Online, Smiley Studie). Unglaublich, nicht?